Kortsch

Die Pfarre Kortsch ist weder die größte noch die reichste noch die frömmste Pfarrei Südtirols. wie in so vielen Teilen der Welt haben sich auch in Kortsch die Kirchenbänke gelichtet, und die Gläubigen haben sich ihre eigene Theologie zurechtgelegt, die z.B. in punkto Verhütung, Ehescheidung oder Zölibat weit toleranter und aufgeschlossener ist, als es dem Papst und manch anderen Kirchenoberen lieb und geheuer ist.
Bei aller kritischer Distanz zur Lehre der Kirche schätzen die Kortscher aber ihren Pfarrer, Dekan Dr. Josef Mair, der sie seit 1971 mit verständnisvoller Strenge auf ihrem Glaubensweg begleitet. Sie pflegen das religiöse Leben und die religiösen Werte in den verschiedenen kirchlichen Verbänden, Gebetsgruppen und Gemeinschaften, von den Jungschar- und Ministrantengruppen über Pfarrgemeinderat, Kirchenchor, Frauen- und Männerbund bis hin zum KVW und dem Katholischen Familienverband.
Sie beteiligen sich, wenn es darauf ankommt, aktiv am kirchlichen Leben und lassen zusammen mit Priester, Mesnern, Chor und den vielen Frauen, die für den Kirchenschmuck zuständig sind, die kirchlichen Feste wie Weihnachten, Ostern, Firmung, Erstkommunion, Fronleichnam, Patrozinium, Prozessionen, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu lebendigen Zeugnissen gelebten Glaubens werden.
Die Kortscher sind zudem spendenfreudig und zeigen ihr Christentum auch dadurch, dass die Menschen in Not - hier und in der Dritten Welt - zu helfen versuchen. Auch für den Neubau sowie für die Erhaltung der Kirche und ihrer Einrichtung (Orgel, Chor, Statuen, ...) haben die Kortscher einen wichtigen Beitrag geleistet, und sie sind deshalb zu Recht stolz auf ihr Gotteshaus, das dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist und in den 70er Jahren mustergültig erneuert worden ist.

Neben älteren Kunstschätzen schmücken die Pfarrkirche auch eine neue Zanin-Orgel sowie großartige Kunstwerke der beiden Kortscher Künstler Robert Scherer und Karl Grasser. Letzterer hat besonders dazu beigetragen, Einheimischen wie Besuchern christliches Gedanken- und Kulturgut durch die künstlerische Gestaltung z. B. des Rosenkranzweges, der Leichenkapelle, verschiedener Grabstätten zu vermitteln. Er hat zudem sein Heimatdorf zu einer Schatztruhe nicht nur religiöser Volkskunst gemacht.
Wer mit offenen Augen durch Kortsch und seine Umgebung spaziert, wird auf viele christliche Symbole aufmerksam werden. Besonders lohnend ist ein Spaziergang zum Ägidiuskirchlein, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf das Dorf, das Tal und auf das Laurenzikirchlein hat. Das Fresko an der Außenmauer der Ägidiuskirche zeigt den Hl. Christophorus, den Schutzpatron der Pilger, Wanderer und Reisenden. Und weil wir alle Reisende sind, ist an diesem Ort ein Gebet besonders angebracht.

Gottesdienstordnung:

Samstag: 19.30 Uhr Heilige Messe
Sonntag: 9.45 Uhr Heilige Messe
Donnerstag: 7.15 Uhr Heilige Messe
Freitag: 18.00 Uhr Schulmesse