Pfarrleben

Dekan Dr. Josef Mair, Ehrenbürger der Gemeinde Schlanders

Die Ehre, die dem Dekan zu Teil wird, sei nicht nur eine persönliche Auszeichnung einer markanten Priestergestalt, sondern auch eine Freude für den Bischof und die gesamte Diözese. (Generalvikar Josef Matzneller)

Im September 2012 hat der Gemeinderat von Schlanders den Beschluss gefasst, die Ehrenbürgschaft an Dekan Josef Mair, der heuer sein 50 Priesterjubiläum feiert und seit 41 Jahren in der Gemeinde Schlanders tätig ist, an den Künstler Karl Grasser und an Heinrich Kofler, ehemaliger Bürgermeister und Schuldirektor zu vergeben. Am Montag, den 19. November 2012, feierten die Schlanderser ihre drei neuen Ehrenbürger.

Abordnungen von Vereinen, die Musikkapelle Kortsch und Festgäste geleiteten die Ehrenbürger vom Plawennpark zum Kulturhaus Karl Schönherr. Am Eingang wurde der Festzug von einem Spalier von Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr Schlanders empfangen. Bläser der Musikkapelle Schlanders umrahmten den Festakt.

Generalvikar Josef Matzneller referierte über das Leben und Wirken von Dekan Josef Mair, als Seelsorger, Prediger, Religionslehrer und als Verwalter der Pfarreien Schlanders und Kortsch. In seiner Rede griff er einige Schwerpunkte aus seinem Leben auf:

In seiner Tätigkeit als Religionslehrer in den ersten Jahrzehnten in Schlanders und Kortsch, sei ihm das Studium der Katechese sehr zu Gute gekommen. Er habe über 400 Schüler und Schülerinnen betreut. Dabei sei ihm eine ausgezeichnete Menschenkenntnis nachgesagt worden. Innerhalb kürzester Zeit, bis Allerheiligen habe er alle SchülerInnen beim Namen gekannt. Was aber wichtiger gewesen sei, er habe ein fundiertes religiöses Wissen vermittelt. Er forderte und förderte zugleich seine Schüler.

In der Erwachsenenbildung habe er unzählige Vorträge zu einer vielseitigen Thematik zu Religion, Erziehung und zu allgemeinen Zeitfragen in den Dörfern des Vinschgaus und darüber hinaus gehalten.

Auch zeichne ihn ein scharfer Blick für die Strömungen in der Kirche und in der Welt aus.

Für seine Eigenschaften als Seelsorger und Prediger sei er weitum bekannt. Er habe zuerst zwei dann einen Kooperator, dann einen Teilzeitpfarrer gehabt. Für 6000 Einwohner bedeute dies eine große Arbeitsleistung. Dies könne mit der Bezeichnung „rund um die Uhr im Einsatz“, beschrieben werden. Obwohl er viele Laien habe, die ihn tatkräftig unterstützen, so drücke einem Seelsorger von seinem Schlag doch die sorgenvolle Feststellung, dass die eigentliche Seelsorge einer solch großen Gemeinde, die persönliche Zuwendung für die Sorgen und Anliegen der Menschen durch den Priestermangel stark erschwert, fast unmöglich geworden sei. Dazu kommt der religiöse Schwund der Heranwachsenden, manchmal auch schon der mittleren Generation. Viele halten sich in Ehe und Familien auch nicht mehr an die Richtlinien der Kirche. Auch muss man feststellen, dass neue christliche Gruppen in unserem Land missionieren.

Danach sprach Landeshauptmann Luis Durnwalder lobende Worte über die drei Geehrten. Es sei „eine Freude, Menschen auszuzeichnen, die es sich verdient haben.“

Bischof Ivo Muser hob hervor: „Eine Gemeinschaft, eine Gemeinde sage bewusst und öffentlich Danke und das mache diesen Abend so wertvoll und so schön“.

Familiengottesdienst

Wenn ich etwas für Erwachsene gestalte, spricht es Kinder nicht an, wenn ich aber etwas für Kinder mache, spricht es auch Erwachsene an.

Seit mittlerweile 10 Jahren gestaltet eine Frauengruppe von acht Müttern einmal im Monat den sonntäglichen 10:00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche Schlanders.

Gekennzeichnet ist der Gottesdienst besonders durch Gestaltungselemente, die Kinder ansprechen. Sie werden eingeladen, mit ihren Eltern beim Vaterunser in den Altarraum zu kommen und gemeinsam mit dem Priester im Kreis um den Altar das Vaterunser zu singen. Auch beim Lied, „Gottes Liebe ist so wunderbar“, das die Gruppe mittlerweile bei jedem Familiengottesdienst singt, freuen sich nicht nur Kinder, wenn sie mit ihren Gesten den Text des Liedes ausdrücken können. Die musikalisch talentierte Frauengruppe singt neue geistliche Lieder, die sie mit Gitarre, Flöte und Carl-Orff -Rhythmusinstrumenten begleitet. Kinder, die den Gottesdienst besuchen, dürfen mit den rhythmischen Instrumenten die Lieder begleiten.

Vor 10 Jahren, im Juli 2003 startete der erste, von dieser Frauengruppe gestaltete Familiengottesdienst. Den Anstoß dazu gab ein Kurs in Schloss Goldrain mit dem Familienseelsorger Toni Fiung über die Gestaltung von Familiengottesdiensten. Gudrun Viertler und Ingrid Gurschler, deren Kinder noch klein waren, erzählen: „Wir suchten nach einer Form der Gottesdienstfeier, bei der man sein Kind nicht die ganze Zeit zur Ruhe ermahnen muss und die Mitfeiernden die Lebhaftigkeit von Kindern nicht stört.“ Es sollten besonders Familien mit kleinen Kindern willkommen sein, die sich sonst nicht getrauen, gemeinsam mit ihren Kindern den Gottesdienst mitzufeiern. Andererseits sollten die Mitgläubigen Verständnis dafür haben, wenn Kinder unruhig sind. Der Familiengottesdienst bietet den geschützten Rahmen dafür.

Sie betonen: „Wir wollen den Gottesdienst so gestalten, dass Jesus der Mittelpunkt ist. Die Gestaltung selbst soll nicht vordergründig das Zentrum sein, sondern lediglich die günstigen Rahmenbedingungen bilden, um Jesus in unserer Mitte zu erfahren.“

Ein großes Anliegen der Initiatorinnen war es, die Familiengottesdienste ohne Sommerpause über das gesamte Jahr hindurch zu gestalten. Sie sind überzeugt: „Der Herrgott macht keine Pause“.

Das jeweilige Sonntagsevangelium steht im Mittelpunkt, aus dem heraus sie das Thema des Gottesdienstes erstellen.

Für einen Familiengottesdienst treffen sich die Frauen ein- bis zweimal zur Vorbereitung der Texte, zum Schreiben der Plakate, für die Vorbereitung von Gestaltungselemente, die im Gottesdienst eingebaut werden, und für eine Singprobe. Am Beginn wurden die Texte und die Musik gemeinsam in der Gruppe erstellt. Mittlerweile probt die Musikgruppe die Lieder getrennt. Auch haben sie helfende Hände, die, wenn sie gebraucht werden, einspringen.

Damit sich die Kinder angesprochen fühlen, wurden einzelne Elemente in den Gottesdienst eingebaut, wie das gemeinsam mit dem Priester gesungene „Vaterunser“ und die Lesungen, die in einer einfachen bildlichen Sprache gehalten werden.

So ist eine Mutter überzeugt: „Wenn ich etwas für Erwachsene gestalte, spricht es Kinder nicht an, wenn ich aber etwas für Kinder mache, spricht es auch Erwachsene an.“

Mittlerweile hat die Gruppe auch Krisen durchgestanden, doch sie hält zusammen.

Durch die Glaubensgespräche untereinander finden sie persönliche Bereicherung. Die Anerkennung von Gläubigen und Mitfeiernden, deren Dank und Wertschätzung geben ihnen Motivation.

Große Begeisterung erhielt die Frauengruppe durch die Fortbildung für KinderwortgottesleiterInnen mit Michaela De Beyer.

Um die Gemeinschaft der Gruppe zu stärken, machen die Mitglieder einmal im Jahr einen Ausflug zum Kloster Marienberg, wo sie die Möglichkeit für ein geistliches Gespräch in Anspruch nehmen und Ermunterung zum Weitermachen erhalten.

„Es ist unser Auftrag, den Glauben lebendig zu leben und dafür zu sorgen, dass er sich nicht verflüchtigt.“

Der Festgottesdienst „200 Jahre Dekanat Schlanders“ wurde vom Hochmeister des Deutschen Ordens Abt Dr. Bruno Platter gemeinsam mit Dekan Dr. Josef Mair und dem Latscher Altpfarrer Alois Stofner zelebriert. Abt Bruno Platter sagte unter anderem in seiner Ansprache, dass der Deutsche Orden in Schlanders über 600 Jahre bis zur Säkularisierung das Auf und Ab der Geschichte mitgelebt hat. 1235 hat Kaiser Friedrich II. Schlanders dem Deutschen Orden übertragen und durch die Jahrhunderte bis in das Jahr 1811 hat der Orden die alltäglichen Sorgen und Nöte der Menschen in Schlanders geteilt, für die Kirchen gesorgt und den Neuaufbau nach Schicksalsschlägen wie den Engadiner Kriegen tatkräftig unterstützt.

Ein bedeutender Ordensoberer des 20. Jahrhundert, der Hochmeister Marian Joseph Tumler stammte aus Göflan. Er hat nach dem zweiten Weltkrieg für den Deutschen Orden die Aufbauarbeit geleistet.

Heute gilt es, mit der Tradition zurechtzukommen, in der Gegenwart und in die Zukunft hinein und Ausschau zu halten nach neuen Strukturen, damit trotz des Priestermangels und des Rückganges der Kirchenbesucher das Fundament unseres Glaubens weitergegeben werden kann. „Es ist unser Auftrag, den Glauben lebendig zu leben und dafür zu sorgen, dass er sich nicht verflüchtigt.“

Auf der Suche, wie die Lebendigkeit des Glaubens aufrechterhalten bleiben kann, ist die Kirche ein Kraftort, ein Ort der Gnade und ein Ort der Gemeinschaft. Wir sind unterwegs und sollen keine Angst vor Veränderungen haben.

Auch aus anderen Pfarreien des Dekanates waren Gläubige zur Mitfeier nach Schlanders gekommen. Nach der Messfeier dankte der Schlanderser Bürgermeister Dr. Dieter Pinggera dem Hochmeister und überreichte ihm die beiden Bände des Dorfbuches von Schlanders. Musikalisch gestaltete der Kirchenchor den Festgottesdienst. Feierlich und besinnlich war das Gemeinschaftskonzert der Kirchenchöre des Dekanates am Nachmittag. Über 100 Sängerinnen und Sänger nahmen daran teil. Für den Kirchenchor Tarsch war dies die erste offizielle Aufführung. Besonders durch das gemeinsam gesungene „Großer Gott wir loben Dich“ wurde das Konzert für alle Beteiligten zu einem besonderen Erlebnis.

Im Anschluß an das Konzert luden die Organisatoren die Sängerinnen und Sänger zu einem kleinen Umtrunk in die Schülermensa, wo es zu einem regen Gedankenaustausch zwischen den Mitgliedern der Chöre des Dekanates kam.

Am Sonntag, 24. Juli 2011 feierte der Missionar Luis Helfer sein 50-jähriges Priesterjubiläum.



Im Rahmen der Patroziniumfeier zu Ehren der hl. Margaretha fand ein Festgottesdienst mit anschließender Margarethenprozession statt. Die Katholischen Verbände und die Pfarrgemeinderäte, Dekan Dr. Josef Mair, der Bürgermeister von Schlanders Dr. Dieter Pinggera, Senator Manfred Pinzger sowie Vertreter der Gemeinde drückten dem Jubilar ihre Wertschätzung, ihren Dank und ihre Bewunderung für den 50-jährigen Dienst in der Kirche aus.

Mit viel Begeisterung, Mut und Gottvertrauen hat Luis Helfer fast 33 Jahre lang, mit einigen Zwischenstationen in der Heimat, voll Energie und Fleiszlig; segensreich in Uganda gewirkt. Selbst jetzt will der unermüdliche Luis, nach einem hoffentlich erfolgreichen medizinischen Eingriff, baldigst wieder zurück nach Uganda. Dort hat er eine lange Liste von Projekten, die er neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit verwirklichen will. Es ist dies zum Beispiel die Fertigstellung einer Kirche in Buwenge, die Errichtung einer Mädchenschule, den Ankauf von Motorrädern für die Neupriester,... Zur Verwirklichung dieser Projekte überreichte die Dorfbevölkerung von Vetzan, sowie die Gemeinde Schlanders dem Jubilar eine beachtliche Spende.

Zu einer kleinen Feier mit Umtrunk und Mittagessen wurde Luis Helfer in den Tappeiner Hof geladen, wo die Ehrengäste, die Musikkapelle Schlanders, Kirchenchor Vetzan, die F.F. Vetzan und die gesamte Bevölkerung auf den Jubilar anstoszlig;en konnten. Dabei wurde Luis als geselliger, fröhlicher Mitbürger in Vetzan geehrt.

Viele Vetzaner erinnern sich an die originellen Postkarten, die per Luftpost vom Luis aus Afrika gesendet wurden und Fotos sowie handgeschriebene Neuigkeiten seiner Arbeit in Uganda enthielten. „Der Luis kommt“, hieß es stets, wenn der Missionar auf Heimaturlaub anreiste und für die Ministranten ein kleines Elefantl oder ein paar Dias zum Anschauen mitbrachte.

Mit den besten Wünschen für die Gesundheit und mit dem Versprechen einer tatkräftigen Unterstützung seiner Heimatgemeinde wurde Luis Helfer herzlich verabschiedet.

„Ich bin gekommen, um Trost zu sprechen“

Gedenkgottesdienst am 13. April 2010




Am Montag, 12. April 10, um 9.03 Uhr löste sich auf der Bahnstrecke zwischen Latsch und Kastelbell in der Latschander, eine Mure. Der Vinschgerzug entgleiste und Teile des Zuges wurden verschüttet. Neun Tote und 28 Verletzte waren die erschreckende Bilanz.

Tiefe Betroffenheit herrschte in Schlanders und im gesamten Vinschgau, nachdem immer mehr Einzelheiten über das tragische Zugunglück bekannt wurden.

Unter den neun Toten waren auch Franz Hohenegger (73), pensionierter Lehrer und Judith Tappeiner (20), Universitätsstudentin aus Schlanders.

Am Dienstag, einen Tag nach der Tragödie feierte Bischof Karl Golser einen Trauergottesdienst in Konzelebration mit Generalvikar Josef Matzneller, Abt Bruno Trauner, Dekan Josef Mair, Dekan Stefan Hainz (Mals), Rudolph Hilpold (Naturns) und mit Priestern und Diakonen aus dem Vinschgau in der Pfarrkirche von Schlanders.

Angehörige und Freunde der Verstorbenen, Einsatzkräfte, Landeshauptmann Luis Durnwalder, sein Amtskollege Lorenzo Dellai aus dem Trentino und Vertreter der Landespolitik waren zur Trauerfeier gekommen. Viele Teilnehmer mussten aber die Trauerfeier außerhalb der Kirche verfolgen, weil sie in der Kirche keinen Platz mehr fanden.





Große Traurigkeit herrschte in der Kirche, als am Beginn des Gottesdienstes die Bilder der neun Verstorbenen auf eine Leinwand projiziert und ihre Namen genannt wurden. Für jeden Verstorbenen entzündete ein Mitglied der beteiligten Einsatzkräfte am Osterlicht eine Kerze und trug sie vor den Altar.

Einfühlsame Worte fand Bischof Karl Golser in seiner Ansprache: „Es war ein schöner Frühlingstag, nichts deutete darauf hin, das Unglück ist völlig unerwartet hereingebrochen. Wir waren so stolz auf den Vinschgerzug. Er schien das sicherste Verkehrsmittel zu sein. Aber durch eine Verkettung unglücklicher Umstände hat er neun Menschen in den Tod gerissen. Es wurde uns wieder einmal bewusst, dass wir mitten im Leben vom Tod und von Verletzungen getroffen werden können. Ich bin gekommen um Trost zu sprechen. Der Trost gründet in unserer Gottesbeziehung, der Glaube an die Auferstehung und dass wir alle an der Auferstehung teilhaben werden. Gott wird alle unsere Tränen abwischen, und wir werden unsere Verstorbenen einst wieder sehen. Dies gebe uns Kraft und Trost in dieser schweren Stunde.“

Der Bischof dankte auch den Einsatzkräften, denn durch ihre sorgfältige Vorbereitung auf Ernstfälle und ihre professionelle Hilfe konnte verhindert werden, dass nicht noch mehr Tote zu beklagen waren.

Die Trauerfeier wurde von einer Bläsergruppe der Bürgerkapelle Schlanders und dem Kirchenchor Schlanders musikalisch gestaltet.

„Auf dein Wort, Herr“

Zur Einstimmung auf die Primiz von Michael Horrer hat der Pfarrgemeinderat von Schlanders den Diözesanjugendseelsorger Christoph Schweigl und die Tertiarschwester Sr. Reinhilde Oberparleiter zu einem Lebens- und Glaubenszeugnis am Freitag, den 26. März 2010, in die Pfarrkirche von Schlanders eingeladen. Beide zeigten anhand ihrer Lebensgeschichte auf, wie Berufung konkret geschehen kann und daß Gott auch heute noch in seine Nachfolge ruft. Wie und wann das passiert, ist vollkommen unterschiedlich und individuell. Gott holt Menschen dort ab, wo sie sind und er ruft so, dass wir ihn hören können.

Als Einstieg wählte Sr. Reinhilde das Zitat „Wo sich deine Talente, deine Sehnsüchte und Träume mit den Bedürfnissen der Welt kreuzen, dort liegt deine Berufung“, Christoph Schweigl bezog sich in seinen Einleitungsworten auf das Zitat „Es ist immer ein Wagnis, Gottes Ruf zu entsprechen. Aber Gott ist ein solches Wagnis wert“.

Im Zentrum der besinnlichen Stunde, die unter das Motto „Auf dein Wort, Herr“ gestellt wurde, stand der reiche Fischfang aus dem Lukasevangelium, in dem Jesus die Jünger trotz des Misserfolgs auffordert, das Netz noch einmal auszuwerfen. Christoph Schweigl und Sr. Reinhilde zeigten Parallelen aus dem Evangelium und ihrem Leben auf.

Christoph Schweigl berichtete, dass der Wunsch, Priester zu werden, sich rückblickend wie ein „roter Faden“ durch das ganze Leben nachvollziehen läßt. Prägend waren für ihn der Glaube im Elternhaus, der Ministrantendienst und vor allem auch das Zeugnis der Seelsorger in der Heimatpfarrei St. Martin in Passeier. „Berufung ist für mich — dem Evangelium gemäß — auf Jesu Wort hinzuhören und die Netze auszuwerfen und damit der Größe Gottes immer mehr auf die Spur zu kommen. Vor allem aber auch vertrauen, glauben und erleben zu dürfen, dass Gott Überraschungen des Erfolgs, des Guten und des Glücks bereithält. Und immer wieder erfahren zu dürfen, dass die Netze — im Nachhinein — oft zu klein waren, weil man sich oft am Anfang vieles von dem, was an Schönem, an Freude und vor allem an Glück herausschaut, wenn man sich auf Jesu Wort hin auf Gott einläßt, nicht erwartet“, so der Diözesanjugendseelsorger.

Frei und offen sprach Sr. Reinhilde über ihr Leben. Ihre überlegung, Klosterfrau zu werden, beschrieb sie das erste Mal in einem Aufsatz in der dritten Klaße der Mittelschule. Als sie in das Kloster eintrat glaubten viele, dass sie das Klosterleben nicht durchhalten würde. Sie erzählte von der Entscheidung im Kloster zu bleiben, auch nachdem sie einen jungen Mann kennengelernt hatte und sich zwischen ihm und dem Leben als Schwester entscheiden musste.

Die Kirche war stimmungsvoll beleuchtet. Die Brüder und Nichten von Michael Horrer gestalteten die Stunde gekonnt musikalisch mit.
Es herrschte eine besondere Atmosphäre in der Kirche und nach den Berichten von Sr. Reinhilde und Diözesanjugendseelsorger Christoph Schweigl sangen viele begeistert das Lied: „Auf dein Wort, Herr“ mit. Das gemeinsam gesungene Vater unser beendete die Feier.
Anschließend waren alle zu einer Agape in den Pfarrsaal eingeladen, dort bot sich die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Priesteramtskandidat Michael Horrer ist Diakon

Die Glocken des Brixner Doms ertönten festlich über die Stadt. Schützen standen am Eingang des Domes Spalier, als die Weihekanditaten Michael Horrer aus Schlanders, Konrad Gasser aus Villanders, Paul Graber aus Brixen, Otto Ritsch aus Afers zusammen mit Bischof Karl Golser, Priestern und Ministranten am Sonntag, den 4. Oktober 2009 in die Kirche einzogen.
Aus der ganzen Diözese kamen Angehörige und Gläubige, darunter viele Schlanderser zur Diakonweihe nach Brixen. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz mit Menschen gefüllt, als der Bischof die Weiheliturgie mit den Worten eröffnete: „Dies ist ein Freudentag für die Diözese“.
Nach der Frage des Oberhirten, ob die Kandidaten würdig für ihr Amt seien, traten diese - unter ihnen auch Michael Horrer aus unserer Pfarre, mit den Worten: „Hier bin ich - Ich bin bereit“ vor den Bischof.
In seiner Predigt gab der Bischof den Neodiakonen den Auftrag, „Herz an Herz mit Christus zu sein“ und durch ihren Dienst in Verkündigung und Nächstenliebe „Christus zum Herzen der Welt“ zu machen. Dies sei im Letzten der Dienst als Diakon. Es soll eine Diakonie der Liebe sein: in den verschiedenen Werken der Caritas, in der Verkündigung der göttlichen Liebe, in der Feier der Sakramente der Liebe Gottes. Nach der Homilie versprach der Priesteramtskanditat Michael Horrer dem Bischof und seinen Nachfolgern Gehorsam und Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Anschließend an die Allerheiligenlitanei legte der Bischof den Kandidaten segnend die Hände auf und weihte sie. Dekan Dr. Josef Maier half seinem Pfarrkind Michael Horrer beim Anlegen der liturgischen Gewänder, bestehend aus Stola und Dalmatika.
Am Ende der Feier überreichte der Bischof das Evangelienbuch mit den Worten: „Empfange das Buch Jesu Christi. Zu seiner Verkündigung wurdest du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben. Glauben wirst du verkünden. Was du verkündest, verheißt das Ewige Leben“
Im Rahmen der Diakonenweihe führte der Bischof Generalvikar Josef Matzneller als Dompropst und Prof. Ulrich Fistill als Kanoniker in ihr Amt ein.
Der Brixner Domchor gestaltete die Feier mit der Franziskusmeße von J. B. Hilber und Motetten würdig mit.
Unter den Klängen der Domorgel und spontanem Applaus zogen die vier Diakone und die frisch ernannten Domherren aus der Kirche aus.

Michael Horrer ist nun Diakon in der Pfarre Sterzing und wohnt im Widum mit Dekan Josef Knapp, Kooperator Klaus Sottsas und Häuserin Sr. Marlene. Sie beginnen den Tag mit einem gemeinsamen Gebet und dem gemeinsamen Frühstück.
Von Freitagvormittag bis Montagnachmittag kann er mitverfolgen, was in der Pfarrei geschieht und Erfahrungen sammeln.
Als Diakon steht er dem Priester zur Seite. Am Samstag und Sonntag hilft er bei jeder Messe. Alle 14 Tage hält er Predigten. Dabei wechselt er wie Dekan Knapp die Gotteshäuser im Dekanat als Vorbereitung zur Seelsorgeeinheit. In Obertelfes begleitet Michael die Jugendgruppen (Jungschar, Sternsinger), übernimmt die Taufvorbereitung und hält Religionsunterricht in der Mittelschule Goßensaß.
Montagabend kehrt er ins Seminar zurück und vervollständigt seine Ausbildung zum Priester (Pastoralkurs, Vorlesung zur Liturgie, Spiritualität, Moraltheologie, Katechetik und Praxisreflexion).

Ich habe ein wirklich schönes Leben im Dienste des Herrn gelebt.

Diesen Satz sprach Hochwürden Hermann Parth zu seinem 50. Priesterjubiläum.
Vielfältig war sein Wirken als Priester. Er absolvierte das Theologiestudium in Trient. 1956 wurde er Priester der Diözese Bozen - Brixen. Zehn Jahre lang war er Diözesan und Jugendseelsorger, danach elf Jahre Pfarrer in Dorf Tirol. Ungefähr 25 Jahre übte er verschiedene Dienste am Bischöflichen Ordinariat aus. Er war Amtsleiter Katholischer Vereine und Verbände und kirchlicher Gruppen, Leiter des Diözesanen Pilgerbüros, Diözesan - Fraünseelsorger, geistlicher Begleiter der Charismatischen Erneürung und zuletzt Kanzler am Bischöflichen Ordinariat. Seit September 2000 ist er im Ruhestand und verbringt den Lebensabend in Begleitung seiner beiden Schwestern Anna und Maria in seinem Heimatort in Schlanders und so kann es sein, daß man ihn auf seinem täglichen Spaziergang begegnet.
Hochwürden Hermann Parth feiert am 22. 10. 2009 seinen 80 Geburtstag.

Sehr geehrter Hochwürden Hermann Parth,
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 80. Geburtstag! Wir wünschen Ihnen, daß Gott Ihren Lebensabend segnend begleite und Ihnen täglich die Kraft schenke, die Last des Altwerdens mit seiner Liebe zu tragen.

Die Pfarrgemeinde Schlanders